Lexikon

Die Texte sind hauptsächlich Auszüge aus Evios® Starter vom Herausgeber Vabeg® Eventsafety Deutschland GmbH.
In Evios® finden Sie umfangreichere Ausarbeitungen und Beiträge. Aufgrund unterschiedlichen Landes- und Kommunalrechts sind Aussagen und Inhalte individuell zu prüfen. Aufgrund möglicher gesetzlicher Änderungen, alle Angaben ohne Gewähr. Vervielfältigung und Veröffentlichung nur in Absprache mit Vabeg® gestattet. Aufgrund möglicher gesetzlicher Änderungen, alle Angaben ohne Gewähr.
Alle Texte finden sich ebenfalls im beliebten Vabeg® Taschenlexikon, das sie hier kostenfrei als PDF oder als kostenpflichtige Druckversion bestellen können.

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Die Texte sind hauptsächlich Auszüge aus Evios® Starter vom Herausgeber Vabeg® Eventsafety Deutschland GmbH.
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A

Aggressivität
Aggressive Besucher sind ein Sicherheitsrisiko für Veranstaltungen. Bei hoher Aggressivität reichen schon geringe Schlüsselreize aus, um Konflikte hervorzurufen.
Das Ausbrechen von Konflikten kann die Kosten für deren Bewältigung erhöhen, das Image einer Veranstaltung negativ beeinflussen und letztlich zu finanziellen Einbußen führen – ganz abgesehen von möglichst zu vermeidenden Schädigungen von Personen oder Sachen.
Daher sollte das Aggressionspotential des durchschnittlichen Besuchers im Vorfeld bewertet und Maßnahmen zu dessen Verringerung geplant werden. Eine Vielzahl an Faktoren kann die Aggressivität von Besuchern oder Mitwirkenden beeinflussen, z.B. unnötig lange Wartezeiten.
Eine ganzheitliche Planung unter Einbeziehung des Wissens, welche Lösungen auf welcher Veranstaltung mit welchem Besucherklientel zielführend sind, sichert Umsatz, Image und Besucherzufriedenheit – und schützt die Gesundheit von Menschen.

Aushang
Aushänge informieren über Gebote, Verbote, gesetzliche Bestimmungen und veranstaltungsbezogene Umstände.
Je nach Veranstaltung bzw. Tätigkeits- und Arbeitsbereich sind verschiedene Aushänge zur Information von Besuchern, Personal und Mitwirkenden gesetzlich vorgeschrieben.
Aushänge müssen dauerhaft und gut sichtbar angebracht und gut lesbar sein.
Es ist sinnvoll, Information aus diesen Aushängen auch in Programmheften und auf der Webseite des Veranstalters/Betreibers zugänglich zu machen.
Auch das zur Verfügung stellen von Aushängen/Informationen auf veranstalter- bzw. betreibereigenen Seiten sozialer Netzwerke (z.B. Facebook) stößt bei den Nutzern überwiegend auf positive Resonanz und bietet einige Vorteile.
Die Inhalte der Aushänge müssen auf den Ort und die Art der jeweiligen Veranstaltung individuell angepasst und rechtskonform sein. Bei der Formulierung mancher Aushänge ist das Hinzuziehen eines Rechtsanwaltes von Vorteil.
Bei einer Veranstaltung/in einer Versammlungsstätte müssen i.d.R. ausgehängt werden:
– Jugendschutzgesetz (Auszug), sofern öffentliche Veranstaltung
– Flucht- und Rettungsplan (an verschiedenen Stellen)
– Bestuhlungs- und Rettungswegeplan (Eingang zum Versammlungsraum)
– Brandschutzordnung Teil A
– Preisliste gemäß Preisangabenverordnung bzw. Preisangabengesetz (überall, wo Leistungen oder Gegenstände Geld kosten)
– Informationen nach der Dienstleistungs-Informationspflichten-Verordnung (Eingangsbereich, Verkaufsstände u.ä.)
– Kennzeichnung der Zusatzstoffe (am Verkaufsstand)
– bestimmte Arbeits(schutz)gesetze (bspw. Pausenraum)
Sinnvoll ist auch der Aushang einer Veranstaltungs- bzw. Hausordnung. Dieser Aushang muss, um wirksam zu sein, dem strengen AGB-Recht genügen.
Die Informationen auf den Aushängen dienen nicht nur der Erfüllung gesetzlicher Pflichten, sondern sind auch ein nicht zu unterschätzender Baustein für die Veranstaltungssicherheit. Von Vabeg® entwickelte, erprobte und praxisgerechte Lösungen sind z.B.:
– das Vabeg® Briefingboard (Sicherheitsanweisungen und Informationen für Besucher und Mitwirkende)
– das Vabeg® Safety Leporello (Faltheft DIN Lang) für Sicherheitsgewerke, Verantwortliche etc.

Außenanlagenplan
In einigen Bundesländern wird der Außenanlagenplan in den Bauvorlagen zum Bauantragsverfahren gefordert.
Die MVStättVO fordert einen solchen Plan in § 44.
Diese Forderung ist jedoch nicht in jedem Bundesland in die dort gültige VStättV(O) übernommen worden.
Er ist auch auf temporären Veranstaltungen im Freien eine hilfreiche Arbeitsgrundlage zur besseren Orientierung für Mitarbeiter und Besucher.

B

Barrierefreiheit
Die Barrierefreiheit ist im „Gesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen“ in § 4 wie folgt definiert: „Barrierefrei sind bauliche und sonstige Anlagen, Verkehrsmittel, technische Gebrauchsgegenstände, Systeme der Informationsverarbeitung, akustische und visuelle Informationsquellen und Kommunikationseinrichtungen sowie andere gestaltete Lebensbereiche, wenn sie für Menschen mit Behinderung in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe zugänglich und nutzbar sind. Hierbei ist die Nutzung behinderungsbedingt notwendiger Hilfsmittel zulässig.“
Bei Veranstaltungen gilt es nicht nur, die Möglichkeit des ungehinderten Zugangs zu Gebäuden und Geländen zu realisieren, sondern auch ein gesteigertes Augenmerk auf das sichere und zügige Verlassen im Gefahrenfall zu legen. Dabei sollte die Betrachtung über die Definition des Gesetzes hinaus auch die Barrierefreiheit für Kinder, alte Menschen und andere auf Hilfe angewiesene Personen berücksichtigen.
Geeignete Maßnahmen können sowohl baulicher als auch organisatorischer Natur sein.
Zur Barrierefreiheit gehört auch, Personen mit Beeinträchtigungen Zugang zum Erleben von Kunst und Veranstaltungen zu ermöglichen.
Dies ist mit erhöhtem Aufwand seitens des Betreibers/Veranstalters verbunden, wird aber gerade in festen Versammlungsstätten zunehmend angeboten.
Umsetzungsbeispiele:
Für Blinde und Sehbehinderte: Akustische oder taktile Informationsvermittlung und blindentauglich ausgestattete Wege
Für Gehörlose und Schwerhörige: Induktive Höranlage, Gebärdensprache
Für Gehbehinderte oder Kleinwüchsige: Barrierefreiheit
Für Menschen mit Greifbeeinträchtigung: Große Tasten und Bedienelemente

Baurecht
Die Genehmigung, Errichtung, der Betrieb, die Nutzungsänderung und der Abbruch von baulichen Anlagen ist in Deutschland in den Bauordnungen der Länder geregelt.
Die Bauordnungen ermöglichen den Erlass von Sonderbauverordnungen für Gebäude besonderer Art und Nutzung.
Im Veranstaltungsbereich sind dies vor allem die
– Versammlungsstättenverordnungen (VStättV(O))
– Gaststättenbauverordnung (GastBauV) sowie die
– Richtlinie über den Bau und Betrieb Fliegender Bauten (FlBauR).
In einigen Bundesländern sind abweichende Verordnungen oder Richtlinien in Kraft.

Bestuhlungs- und Rettungswegeplan
Die Anordnung von Sitz- und Stehplätzen, der Verlauf der Rettungswege und einiges mehr sind in einem Bestuhlungs- und Rettungswegeplan darzustellen, unabhängig davon, ob es sich um temporäre oder feste Bestuhlung handelt.
Der Bestuhlungs- und Rettungswegeplan ist am Eingang zum Versammlungsraum gut sichtbar anzubringen (Ausnahme: NRW). Er soll dem Besucher eine Orientierung und gleichzeitig die Wahrnehmung des Rettungswegverlaufs ermöglichen.
Abweichungen von genehmigten Plänen sind nur in sehr geringem Maße zulässig, in keinem Fall darf die Zahl der genehmigten Plätze überschritten werden.
Vabeg® Sicherheitsfachpersonen und andere Fachplaner (z.B. Brandschutz-Fachplaner etc.) können diese Pläne praxis- und regelgerecht erstellen.

Besucher
Besucher zahlen nicht nur Geld für den Besuch einer (kostenpflichtigen) Veranstaltung und sind damit ein wesentlicher wirtschaftlicher Faktor für Veranstalter – der durchschnittlich aufmerksame und intelligente Besucher ist auch die Grundlage verschiedenster Betrachtungen für die Besucher- und Veranstaltungssicherheit.
Besucher und ihre Rechte (aber auch Personal und Mitwirkende) sind durch eine Vielzahl von Gesetzen und Vorschriften geschützt. In der Regel gehen Besucher mit dem Veranstalter einen Vertrag ein, sei es durch Erwerb einer Eintrittskarte oder durch schlüssiges Handeln.
Synonym werden für „Besucher“ folgende Begriffe verwendet:
– Gast: in der Hotel und Gastronomiebranche
– Fan: Anhänger von Vereinen oder Künstlern
– Publikum: im Allgemeinen
– VIP: Besucher mit besonderen Privilegien
– Zuschauer: bei Sportveranstaltungen, in Theatern und im Zirkus
– Zuhörer: bei Lesungen

Besucherzahl
Die höchstzulässige Besucher- und Personenzahl für eine Lokalität muss dem Betreiber, dem Veranstalter und ggfs. dem Ordnungsdienst bekannt sein. Sie haben dafür Sorge zu tragen, dass diese Zahl nicht überschritten wird. Die höchstzulässige Besucher- und Personenzahl ergibt sich allgemein für Versammlungsstätten aus den Versammlungstättenverordnungen der Länder und im Speziellen für jede Versammlungsstätte aus den genehmigten Bauvorlagen, z.B. dem Bestuhlungs- und Rettungswegeplan.
Die Besucherzahl ist rechtlich nicht das Gleiche wie die Personenzahl. Die Begriffe Zuschauer oder Publikum sind nicht im Baurecht verankert.
Nach den Versammlungsstättenverordnungen der Länder ist die Anzahl der Besucher unter anderem ausschlaggebend für:
– die Anwendbarkeit der Verordnung
– die notwendige Breite der Rettungswege
– die Anzahl von Toiletten und Stellplätzen für körperlich beeinträchtige Menschen
– die Notwendigkeit eines Sicherheitskonzeptes
– die Notwendigkeit eines Räumungskonzeptes
Darüber hinaus ist die Besucherzahl auch maßgeblich für:
– die Bemessung des Sanitätsdienstes (z.B. nach dem Maurer-Papier oder dem Kölner Algorithmus)
– die Bemessung des Ordnungsdienstes
– die Einstufung zu bestimmten Risiken/Veranstaltungstypen für Behörden

Betreiber
Der Betreiber ist zunächst der Eigentümer der Versammlungsstätte und hat die Verfügungsgewalt über diese inne. Betreiber kann aber auch derjenige sein, der die Versammlungsstätte langfristig nutzt, mietet oder pachtet. Aus den Versammlungsstättenverordnungen der Länder ergeben sich besondere Pflichten des Betreibers.

Blitzschutz
Blitzeinwirkungen bei Veranstaltungen im Freien und in Zelten stellen eine große Gefährdung für Besucher und Mitwirkende dar. Aus diesem Grund sind eine ordentliche organisatorische und technische Umsetzung des Blitzschutzes, das Aufstellen und Bekanntgeben von Verhaltensregeln bis hin zu einem Blitzgefahrenplan für Besucher und Mitwirkende ggfs. notwendig.
Versammlungsstätten müssen i.d.R. Blitzschutzanlagen haben, die zusätzlich zur Vermeidung von Bränden durch Blitzschlag die sicherheitstechnischen Einrichtungen schützen (äußerer und innerer Blitzschutz). In solchen Gebäuden sind Personen geschützt vor:
direktem Blitzschlag
Überschlag
Berührungs- und Schrittspannung
Besucher einer Veranstaltung können eine Blitzgefährdung oft nicht rechtzeitig erkennen. Sie verlassen sich möglicherweise (unbewusst) auf die Fürsorge des Veranstalters. Dieser ist im Rahmen der Verkehrssicherungspflichten gehalten, Gefahren soweit möglich und zumutbar abzuwenden und Schäden zu vermeiden.
Das Maß der Verpflichtung ist u.a. abhängig von Veranstaltungsart, -ort und -größe.
Mit einem geeigneten Schutzkonzept, bestehend aus organisatorischen, technischen und betrieblichen Maßnahmen, können Schäden verhindert oder zumindest verringert werden.

Brandschutz
Unter Brandschutz versteht man alle Maßnahmen, welche die Entstehung und Ausbreitung eines Brandes verhindern und ggfs. wirksame Maßnahmen zur Brandbekämpfung ermöglichen sollen. Man unterscheidet im Wesentlichen zwischen vorbeugendem und abwehrendem Brandschutz.
Zum vorbeugenden Brandschutz gehören der bauliche, der anlagentechnische und der organisatorische Brandschutz. Maßnahmen zum Erreichen des Schutzziels sind unter anderem in den Bauordnungen und insbesondere auch in den Sonderbauverordnungen, in den Arbeitsschutzgesetzen und den Unfallverhütungsvorschriften gefordert.
Planer, Betreiber und Veranstalter sind nach Maßgabe der gesetzlichen Regelungen zu einer Vielzahl von Maßnahmen verpflichtet, z.B.:
– Auswahl geeigneter Baustoffe und Bauteile
– Planung der Rettungswege und Sicherstellung der Funktionsfähigkeit
– regelmäßige Prüfung und Wartung brandschutztechnischer Einrichtungen
– Ausbildung und regelmäßige Schulung/Unterweisung von Personal
– Gefährdungsanalyse bei feuergefährlichen Handlungen
– Einbeziehung der Brandschutzbehörden bei gewünschten Abweichungen von Vorschriften oder bestehenden Brandschutzkonzepten
Die Planung und Bewertung von baulichem, anlagentechnischem und organisatorischem Brandschutz erfolgt i.d.R. durch Ingenieure in Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden.
Für die Planung des organisatorischen Brandschutzes auf Veranstaltungen ist es sinnvoll, Meister/Ingenieure für Veranstaltungstechnik oder andere mit den Besonderheiten in Bezug auf Veranstaltungen vertrauten Fachleute einzubeziehen.
Vabeg® Sicherheitsfachpersonen sind mit ihrem ganzheitlichen Blick auf Veranstaltungssicherheit kompetente und erfahren Planungspartner.

Bühnen- und Studiofachkraft
nach DGUV V17 § 15 Leitung und Aufsicht
(1) Der Unternehmer darf Leitung und Aufsicht der Arbeiten in Veranstaltungs- und Produktionsstätten nur Bühnen- und Studiofachkräften übertragen. (2) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, daß vor Gastspielen, Außenaufnahmen oder Nutzung der Veranstaltungs- oder Produktionsstätten durch Dritte die Zuständigkeit hinsichtlich Leitung und Aufsicht festgelegt wird. (3) Mit Aufführungen, Aufnahmen und Proben darf erst begonnen werden, nachdem der Aufsichtführende die Szenenflächen freigegeben hat.

C

Crowd Management
Crowd Management (zu deutsch in etwa: Menschenmengenführung/-leitung) ist ein Ansatz zum Umgang mit Menschenmengen und beinhaltet die systematische Planung von geordneten Bewegungen und Ansammlungen von Menschen, sowie deren kontinuierliche Überwachung und Steuerung z.B.
– auf Veranstaltungsflächen
– deren Zu- und Abwegen und
– den öffentlichen Verkehrswegen
Ziel ist, durch Planung, Information und aktive Besucherleitung Staus, Gedränge und gefährliche Personendichten zu vermeiden.
Dies führt in aller Regel auch zu einer Erhöhung der allgemeinen Besucherzufriedenheit.
Obwohl eine erste allgemein akzeptierte Definition des Crowd Management von John J. Fruin von 1993 stammt, ist der Ausdruck Crowd Management in Deutschland erst im Zusammenhang mit den Geschehnissen auf der Loveparade 2010 in Duisburg einer breiten Öffentlichkeit bekannt geworden.

E

Eingang/Zugang
Man unterscheidet Besucher-, Lieferanten- und Backstageeingänge.
Eingängen zu Versammlungsräumen und Veranstaltungsgeländen kommt eine zentrale Rolle für die Besuchersicherheit und Besucherzufriedenheit zu. Zudem stellt ein Eingang/Zugang u.U. die Grenze von Verantwortlichkeiten, Rechten und Pflichten dar (Beispiele: Hausrecht, Geländeordnung, Verantwortungsbereiche von Behörden, Zutrittsberechtigungen).
Wichtige Informationen sollten bzw. müssen am Eingang veröffentlicht werden, z.B. AGB, Haus- oder Geländeordnung, Übersichts- oder Bestuhlungs- und Rettungswegepläne, Hinweise auf Verbote und Gebote.
Am Eingang/Zugang findet in der Regel die Einlasskontrolle statt, die je nach Veranstaltungsart von einer reinen Zählung zur Feststellung der Besucherzahl über die Kontrolle der Zugangsberechtigung (Alter, Eintrittskarte) bis hin zur umfangreichen Kontrolle der Besucher auf das Mitführen unerlaubter Gegenstände (Waffen, Alkohol, Flaschen usw.) reichen kann.
Eingänge dienen der Steuerung des Besucherzuflusses. Sie müssen ausreichend dimensioniert und ihr Betrieb muss gut organisiert sein. Viele Unglücke auf Veranstaltungen der Vergangenheit sind auf mangelnde Planung der Einlassbereiche und der Zuflusssteuerung zurückzuführen.
Zu berücksichtigen ist, dass ein Eingang i.a.R. für Besucher ein „gelernter“ Ausgang ist, den die Mehrheit der Besucher im Falle einer Räumung oder einer Gefahr zum Verlassen des Geländes/des Gebäudes aufsuchen wird, wenn nicht durch geeignete Maßnahmen auch andere (Not-)Ausgänge wahrgenommen werden.
Ein geringes Verhältnis von Eingangsbreite zu geforderter Breite von Türen und Toren in Rettungswegen kann darauf hinweisen, dass es während der Einlassphase zu Stauungen kommen kann.

F

Feuerwehrplan
Feuerwehrpläne werden für Einsatzkräfte erstellt, damit diese ihre Einsätze möglichst schnell, wirkungsvoll und so gefahrlos wie möglich durchführen können.
Sie dienen der Orientierung, der Information und der besseren Erfassung der Einsatzlage.
Der Feuerwehrplan besteht aus einem Objekt-/Übersichtsplan sowie Detail- bzw. Geschossplänen.
Die Musterversammlungsstättenverordung (MVStättVO) fordert die Erstellung von Feuerwehrplänen im Einvernehmen mit der Brandschutzdienststelle.
Auch für temporäre Veranstaltungsgelände im Freien ist ein Feuerwehrplan (-Event) sinnvoll. In Absprache mit den Genehmigungsbehörden kann u.U. auf bestimmte Inhalte verzichtet bzw. können veranstaltungsspezifische Inhalte aufgenommen werden.

Fliegender Bau
Fliegende Bauten sind bauliche Anlagen, die geeignet und dazu bestimmt sind, wiederholt an verschiedenen Orten aufgestellt und zerlegt zu werden.
Dies können bspw. sein:
Zelte, Bühnen, Tribünen (bauliche Anlagen mit ansteigenden Steh- oder Sitzplatzreihen (Stufenreihen) für Besucher), Überdachungskonstruktionen, Fahrgeschäfte.
Fliegende Bauten, die einer Ausführungsgenehmigung („Baubuch“) bedürfen, sind Sonderbauten.
Bei der Positionierung von Fliegenden Bauten ist darauf zu achten, dass Vorgaben der Bauordnungen eingehalten werden (Abstandsflächen, Feuerwehrdurchfahrten, Feuerwehr-Aufstellflächen usw.).

Flucht- und Rettungswege
Der Fluchtweg ist in den Arbeitsschutzvorschriften verankert. Er ist der Weg, auf dem Beschäftigte (aber auch sonstige Nutzer von Gebäuden) ihre Arbeitsstätte (bzw. das Gebäude) im Gefahrenfall schnell und sicher verlassen können.
Der Rettungsweg ist im Baurecht verankert, und bezeichnet einen Weg, der für die (Personen-)Rettung vorhanden sein muss. Dabei können sich die Personen selbst retten, indem sie Gebäude über Rettungswege verlassen – sie können aber auch gerettet werden, indem sie geführt, geleitet oder anderweitig unterstützt werden, beispielsweise durch den Ordnungsdienst oder eine Begleitperson. Eine Rettung kann schlussendlich auch über einen Rettungsweg erfolgen, ohne dass die zu rettende Person ihn benutzt, sondern z.B. ein Notarzt zu einem Patienten gelangt und ihn (zunächst) vor Ort versorgt.
An Rettungswege im Allgemeinen und insbesondere in Versammlungsstätten werden besondere bauliche und betriebliche Anforderungen in Bezug auf Anzahl, Länge, Breite, Lage, Führung, Ausführung und Bemessung gestellt.
Rettungswege müssen ins Freie zu öffentlichen Verkehrsflächen führen, sie sind ständig freizuhalten; für Versammlungsräume sind sie auf dem Bestuhlungs- und Rettungswegeplan darzustellen. Die Rettungsweglänge von jedem Besucherplatz bis zum nächsten Ausgang aus dem Versammlungsraum oder von der Tribüne darf zunächst nicht größer sein als 30m. Es wird die ->Lauflinie gemessen, nicht die Luftlinie. Je nach Raumhöhe und Bundesland ist eine Verlängerung auf bis zu 60m möglich.
Rettungswege und Ausgänge müssen gut sichtbar gekennzeichnet sein.

G

Gastronomie
Gastronomie ist ein Teilbereich des Gastgewerbes, der sich mit der Verköstigung und dem Ausschank befasst. Gastronomie spielt in unterschiedlichsten Ausprägungen auf fast jeder Veranstaltung eine mehr oder minder große Rolle für die Besucherzufriedenheit und das finanzielle Ergebnis einer Veranstaltung.
Zubereitung, Darbietung und Ausgabe von Speisen und Getränken müssen umfangreiche Anforderungen zur Hygiene erfüllen. Für verschiedene Zusatzstoffe in Lebensmitteln besteht eine Deklarationspflicht, sie müssen auf der Karte oder einem entsprechenden Aushang verzeichnet sein.
Bei Abgabe von Alkohol muss das Personal mind. 18 Jahre alt sein.

Gefährdung
Gefährdung (engl. „Hazard“) ist eine mögliche Schadwirkung einer Gefahrenquelle in der Zukunft, sie bezeichnet die potentielle negative Auswirkung auf ein Schutzgut. Eine Gefährdung wird im Vorfeld betrachtet, sie besteht, ohne dass Schutzgüter konkret in Gefahr sind.
Eine Gefahr (engl. „Danger“) besteht dann, wenn das Schutzgut und die Gefahrenquelle tatsächlich zeitlich und räumlich aufeinandertreffen und dadurch ein Schaden entstehen wird, wenn der absehbare Verlauf der Dinge nicht unterbrochen/geändert wird.
Zu schützende Güter können Menschen, Tiere, Sachen, Umwelt und immaterielle Güter sein. Auf Veranstaltungen gibt es vielerlei Gefahrenquellen, die erkannt und bewertet werden müssen. (-> Gefährdungsbeurteilung). Dies liegt in der Verantwortung von Veranstaltern, Betreibern, Behörden und beratendem Fachpersonal.
Gefährdungen für Besucher/Mitwirkende/Personal ergeben sich z.B. durch:
– Konsumverhalten von Besuchern
– das Verhalten von Menschen in großen Mengen
– Unkenntnis über die Veranstaltungsstätte
– bauliche Unzulänglichkeiten
– organisatorische Fehler
– technisches Versagen
– (Un-)Wetter
– gefährliche szenische Vorgänge
– hohe Lautstärken von Beschallungsanlagen
– mangelnde Lebensmittelhygiene

H

Haftung
Eine Haftung kann sich einerseits für viele Beteiligte an einer Veranstaltung, andererseits aus verschiedenen Rechtsnormen ergeben.
Grundsätzlich muss der Verantwortliche zumindest das Erforderliche und Zumutbare tun, um einen Schadenseintritt zu verhindern. Je größer das Risiko und je weniger dieses für den Betroffenen (z.B. Besucher) erkennbar ist, desto mehr muss der Verantwortliche (z.B. der Veranstalter) unternehmen, beispielsweise durch Hinweise und Sicherheitsmaßnahmen.
Eine Haftung kann auch dann bestehen, wenn man nicht selbst gehandelt hat. Wer so genannte Gehilfen einsetzt, haftet im Regelfall für deren Fehlverhalten. Grundsätzlich kann der Geschädigte immer nur dann einen Schadenersatzanspruch verlangen, wenn der Schädiger schuldhaft gehandelt hat, also fahrlässig oder vorsätzlich.

K

Kommunikation
Eine sichere und zu 100% verfügbare Kommunikationsmöglichkeit ist für die beteiligten Sicherheitsgewerke ein zwingend notwendiges Werkzeug zur schnellen Erlangung und Verteilung von Informationen und zur Weitergabe von Anweisungen.
Die Kommunikation über Mobilfunknetze gilt als unsicher, da bei großen Besuchermengen oder Unglücksfällen das Mobilfunknetz schnell überlastet sein kann. Zudem ist die Kommunikation zwischen mehr als zwei Teilnehmern gleichzeitig nicht oder kaum möglich.
Professioneller Betriebsfunk ist in der Regel unabdingbar für einen reibungslosen Betriebsablauf.
Als weitere wichtige Kommunikationswege gelten je nach Veranstaltungsgröße ebenso Festnetztelefon, Faxgerät, Email (Internet). Diese Anschlüsse finden sich vorwiegend in den Einsatzleitungen/Sicherheitszentralen.
Darüber hinaus werden zunehmend Applikationen auf Mobilgeräten (Smartphones/Tablets) zur Informationsgewinnung und -verteilung im Normalbetrieb einer Veranstaltung eingesetzt.
Neben der gewerkeübergreifenden und internen Kommunikation der Verantwortlichen ist auch die Kommunikation zu den Besuchern vor der Veranstaltung in Form von Werbung und Unterweisung wichtig und sinnvoll.
Für das Crowd Management ist gezielte und verständliche Kommunikation während einer Veranstaltung notwendig für Führung und Leitung von Besuchern – sowohl im Normalbetrieb einer Veranstaltung als auch zur Warnung, Alarmierung und Steuerung im Gefahrenfall.

Krisenstab
Im Allgemeinen ist ein Krisenstab definiert als „Gruppe von Fachleuten, die nach Bedarf gebildet und einberufen wird, um gemeinsam nach einer Lösung aus einer Krisensituation zu suchen.“ (Definition aus dem Glossar des BaSiGo-Handbuchs, abgerufen am 06.01.2020, s.a. www.basigo.de/handbuch/Glossar)
Nach dieser allgemeinen Definition gibt es Krisenstäbe nicht nur als behördliche Organisationsform zur Bewältigung von besonderen Lagen oder Krisen, sondern auch in Unternehmen und anderen Organisationen.
Zur Vermeidung von Verwechslungen mit behördlich agierenden Stäben sollte der Begriff für veranstalterseitige Gremien nicht verwendet werden.
Für den Regel- bzw. Abstimmungsbetrieb einer Veranstaltung empfiehlt es sich, die Begriffe Sicherheitskreis und Koordinierungskreis nach BaSiGo (www.basigo.de/handbuch/Glossar, abgerufen am 06.01.2020) zu verwenden:
Sicherheitskreis
„Gruppe, die sich aus dem Veranstalter sowie wesentlichen Dienstleistern zusammensetzt. Eine Beteiligung der Behörden ist nicht erforderlich. Die Gruppe tritt zusammen und entscheidet unterhalb einer Schwelle, ab der behördliche Beteiligung oder ein behördliches Eingreifen erforderlich werden. Dies können untergeordnete Logistikprobleme, Programmänderungen, Wünsche von VIPs oder ähnliches sein.“
Koordinierungskreis
„I.d.R. der um die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) erweiterte Sicherheitskreis. Im Koordinierungskreis des Veranstalters haben die Behördenvertreter zunächst eine beratende Funktion. Sollten die Behörden der Gefahrenabwehr (Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst) feststellen, dass es ihrerseits Handlungsbedarf gibt, werden diese ggf. die Führung im Koordinierungskreis als Vorstufe zu einer Einsatzleitung der polizeilichen oder nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr übernehmen. Hier ist der Veranstalter anwesend, um Maßnahmen umzusetzen und durch Fachwissen zu unterstützen. Die Führung liegt dann auf Seiten der jeweiligen Gefahrenabwehrbehörde.“
Voraussetzungen für die Arbeit eines Sicherheits-/Koordinierungskreises sind z.B.:
– Vorherige Festlegung der Besetzung
– Geeignete Räumlichkeiten in sicherer Lage
– redundante Kommunikationsmittel
– ausreichende Informationen zur Veranstaltung, zu Besucheraufkommen, Besucherklientel usw.
– Büroeinrichtung und entsprechende Arbeitsmittel
– Lagepläne, Kontaktadressen
– Sicherheitskonzepte und darin enthaltene Notfallpläne

L

Luftfahrzeuge
Luftfahrzeuge sind (für Deutschland) im § 1 des Luftverkehrsgesetzes definiert, dort sind aufgeführt:
Flugzeuge, Drehflügler, Luftschiffe, Segelflugzeuge, Motorsegler, Frei- und Fesselballone, Rettungsfallschirme, Flugmodelle, Luftsportgeräte und sonstige für die Benutzung des Luftraums bestimmte Geräte, sofern sie in Höhen von mehr als dreißig Metern über Grund oder Wasser betrieben werden können.
Auf und für Veranstaltungen kommen vielfach Luftfahrzeuge zum Einsatz:
Bemannte:
Hubschrauber, Tragschrauber, Segelflugzeuge, Heißluftballon etc.
Sie dienen dazu, Personen und Material zu transportieren.
Unbemannte:
Modellflugzeuge, Werbeballone, Luftballone, Skylaterne, unbemannte Luftfahrtsysteme (z.B. Multicopter/Drohnen, die nicht zu Zwecken des Sports oder der Freizeitgestaltung betrieben werden) etc.
Je nach Einsatzort und Objekt, muss der Einsatz/Aufstieg genehmigt und mit den zuständigen Behörden abgestimmt werden. Für Flugobjekte, die einen Landeplatz benötigen, werden besondere Anforderungen an die Ausrüstung und Beschaffenheit eines Landeplatzes gestellt.
An Flugveranstaltungen werden besondere Sicherheitsanforderungen gestellt.

M

Mobilfunk
Mobiltelefone sind tragbare, im weitesten Sinne ortsunabhängige, meist akkubetriebene Telefone. Sie werden nicht nur für Gespräche, sondern auch für Datenkommunikation (SMS, Mail, Internet, Soziale Medien meist über sogenannte Apps usw.) genutzt. Die Übertragung von Gesprächen und Daten erfolgt in Mobilfunknetzen unterschiedlicher Übertragungskapazitäten (GSM, UMTS, LTE, 5G).
Via Datenübertragung können auch Tablets, Notebooks/Laptops für Gespräche genutzt werden (IP-Telefonie, Skype und andere).
Die Netzbetreiber müssen sicherstellen, dass Notrufe unverzüglich an die örtlich zuständige Notrufannahmestelle (z.B. Leitstelle) übermittelt werden.
Gerade bei Großveranstaltungen, aber auch bei kleineren Veranstaltungen, kann das vorhandene Netz überlastet werden. Dies verringert nicht nur die Besucherzufriedenheit, es hat auch Folgen für die Sicherheit. Besucher können ggf. keinen Notruf mehr absetzen.
Besucher verlassen sich mit der heutigen Kommunikationskultur immer mehr auf das Mobiltelefon als Informationsmedium, weshalb ein gut ausgebautes Netz, evtl. durch temporäre Lösungen des Netzanbieters, zur Zufriedenheit und Sicherheit beiträgt.
Deshalb ist eine Bewertung und Absprache mit den Netzbetreibern unbedingt empfehlenswert. Die Vabeg® Sicherheitsfachperson erledigt diese Aufgaben im Rahmen des Vabeg® Verfahrens.
Veranstalter und Sicherheitsgewerke sollten unbedingt auf von Mobiltelefonen unabhängige Kommunikationswege zurückgreifen können.

N

Natur- und Artenschutz
Der Schutz und Erhalt von Pflanzen und Tieren tangiert eine Vielzahl von Regelwerken aus den Bereichen Naturschutz, Umweltschutz, Immissionsschutz, Emissionsschutz, Entsorgung und anderen.
Der Schutz der Biodiversität (biologischen Vielfalt) wird in mehreren Schutzvorschriften geregelt:
– Baumschutzsatzung oder -verordnung
– Landesnaturschutzgesetze
– Bundesnaturschutzgesetz mit Artenschutzverordnung
– Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (kurz FFH), die u.a. Vorschriften zu Gesetzen und Schutzgebieten beinhaltet („FFH- und SPA(Vogelschutz)-Gebiete“)
Alte Bäume können als Dauer-Lebensstätte von Tieren (Käfer, Fledermäuse, Vögel usw.) geschützt sein, z.B. im Falle vorhandener Spechthöhlen.
In der Planungsphase von Veranstaltungen im Bereich älterer Gehölzbestände in und an Parkanlagen oder Wäldern ist die frühzeitige Konsultation des Artenschutzzentrums oder der zuständigen Naturschutzbehörde dringend ratsam.
Eine Konsultation dieser Behörden zu einem späteren Zeitpunkt im Planungsprozess kann zu erheblichen Problemen durch behördliche Auflagen führen. Die Genehmigung einer Veranstaltung kann wesentlich vom Natur- und Artenschutz, aber auch vom Denkmalschutz abhängen – bis hin zum Versagen von Genehmigungen.

O

Ordnungsdienst
Der Ordnungsdienst ist ein wichtiger Bestandteil der Veranstaltungssicherheit. Seine Einrichtung ist nach den Versammlungsstättenverordnungen der Länder für bestimmte Veranstaltungen vorgeschrieben und ist darüber hinaus in vielen Fällen vom Veranstalter aufgrund der Verkehrssicherungspflichten unabdingbar.
Veranstalter bzw. Betreiber sollten hier viel Wert auf eine sorgfältige Auswahl des Ordnungsdienstes bzw. der Mitarbeiter legen. Der Ordnungsdienst sollte unbedingt rechtzeitig in die Planung und Organisation der Veranstaltung eingebunden werden, da er aufgrund seiner Erfahrung und Fachkunde für viele sicherheitsrelevante Themen der geeignete Fachplaner ist.
Kommt es aufgrund einer Überreaktion eines Ordners zu Übergriffen auf einen Besucher, kann es sein, dass auch der Veranstalter in Anspruch genommen wird.
Bei der Auswahl der Kräfte sind je nach Tätigkeit bestimmte Mindestqualifikationen vorgeschrieben.
Die ganzheitliche und effektive Arbeit eines Sicherheitsdienstes liegt heute nicht nur in der Stellung von qualifiziertem Personal und Servicemitarbeitern, sondern zunehmend in der Vermietung, Inbetriebnahme und Betreuung von Sicherheitsmaterialien. Die Materialien werden benötigt, um gesetzliche Forderungen umzusetzen, welche Veranstalter und Betreiber zu erfüllen haben, sie erleichtern den Kräften die Arbeit und bieten den Besuchern hohen Schutz.

P

Panik
Wikipedia fasst es unseres Erachtens sehr gut zusammen (Stand: 04.12.2019), daher erlauben wir uns mit Dank an die Autoren dieses Zitat:
„Panik ist ein Zustand intensiver Angst vor einer tatsächlichen oder angenommenen Bedrohung. Sie ist eine starke Stressreaktion des Organismus auf eine (meist) unerwartete und erschreckende Situation und geht einher mit vielfältigen vegetativen und körperlichen Symptomen. Dabei kann es unter Umständen zu einer Einschränkung der höheren menschlichen Fähigkeiten kommen.“
Des weiteren heißt es:
„Bei zunehmender Angst ist es möglich, dass die Reaktionen des Menschen nicht-rational und nicht-sozial werden.Es kann beispielsweise zu einer lähmenden Starre bzw. einem kopflosen Fluchtverhalten kommen. Dieses unvernünftige und unzweckmäßige Verhalten wird als Panikverhalten bezeichnet.
Empirische Untersuchungen (Herbst 1996) haben jedoch gezeigt, dass selbst bei Lebensgefahr nur ein geringer Anteil der betroffenen Menschen in diesem Sinne panisch reagiert.“
Panik wird in der Veranstaltungsbranche (leider) oft im Zusammenhang der „Massenpanik“ genannt.
Dieser Begriff wird jedoch vielfach falsch gebraucht, insbesondere in den Medien dient er allzu oft der Dramatisierung.
Eine tatsächliche Massenpanik bezeichnet ein Unglück, bei dem räumliche Enge und hohe Personendichten zunächst Panik einzelner, und durch Übertragung der Panik auf die Menge schließlich Panikverhalten der gesamten Menschenmenge (oder eines großen Teiles davon) auslöst. Massenpanik ist demnach als Auslöser des Unglücks zu verstehen, dieses Konzept ist aber in der Wissenschaft umstritten.
Unglücke mit/in großen Menschenmengen haben i.d.R. andere Auslöser, die zur (Flucht-)Bewegung einer ganzen Menschenmenge führen können.
Das Verhalten der Menschenmenge kann von außen betrachtet irrational (panisch) wirken, obwohl die Menschen in der Menge (zum größten Teil) nach denen ihnen zur Verfügung stehenden Informationen und Möglichkeiten schlüssig und zielgerichtet handeln.
Zu Opfern kommt es in solchen Situationen aufgrund physikalischer und organisatorischer Umstände, in Verbindung mit fehlenden Informationen und dem – nicht vorzuwerfenden – Unwissen über die Auswirkung des eigenen Verhaltens auf die gesamte Menge (z.B. Addition von Personendrücken).
Demzufolge kann die Menschenmenge in der Situation aus sich heraus keine „entlastenden Maßnahmen“ treffen. Dem Individuum in der Menschenmenge bleibt – ohne geeignete und wirksam werdende Intervention von außen – nur das Handeln nach seinen Möglichkeiten. Ist dieses Handeln stark eingeschränkt, kann die empfundene oder tatsächliche Gefahr Panik und Panikverhalten auslösen.

Park- und Verkehrskonzept
Bei Veranstaltungen, bei denen das Besucheraufkommen die vorhandene Verkehrsinfrastruktur überlasten würde, ist es notwendig, in Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden und den Trägern/Anbietern von ÖPNV und Fernverkehr ein Park- und Verkehrskonzept zu erarbeiten. Darüber hinaus kann es auch schon vorher sinnvoll sein, diese Konzepte zu erstellen.
Ziele des Park- und Verkehrskonzeptes sind unter anderem:
– Erhöhung der Besucherzufriedenheit
– Reduzierung von (Sonder-)Nutzung von Straßen, Wegen und öffentlichen Flächen auf ein verträgliches Maß
– Minimierung von Belästigungen für Anwohner/Nachbarn
– Vermeidung von Schäden an Natur, Umwelt und Eigentum
– Weitestgehendes Ausschließen von Beeinträchtigungen der Arbeit von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdiensten
– Schaffung von Rettungs- und Anfahrtswegen sowie Übergabepunkten
– Sicherstellen der Veranstaltungslogistik
Zu beachtende Faktoren sind z.B.:
– Besucheraufkommen
– Anreiseverhalten
– Abreiseverhalten
– Besonderheiten im Räumungsfall
– Verteilung auf die Verkehrsmittel
– Lage des Veranstaltungsortes
– Jahreszeitlich bedingte Wettereinflüsse
Für Open-Air-Veranstaltungen sollte auch die rechtzeitige Erreichbarkeit der Fahrzeuge im Ausnahmefall (z.B. Schutzbereich bei einem Gewitter) geprüft werden.

Personenstromsimulation
Die Simulation von Personenströmen ist eine computergestützte Ingenieurmethode zur Vorhersage der Bewegung von Menschenmengen. Sie wird bei der Planung von Gebäuden, Veranstaltungen und Verkehrswegen eingesetzt. Ziele sind z.B. das Schätzen von Kapazitätsgrenzen und Entfluchtungsdauer sowie das Optimieren von Fluchtwegplänen und Räumungskonzepten.
Die am Markt verfügbaren Simulatoren lassen sich in unterschiedliche Kategorien einteilen, zum Beispiel:
– Mikroskopisch (z.B. Agentenbasiert) vs. Makroskopisch (z.B. Flussbasiert)
– Diskret Kontinuierlich
– Stochastisch Deterministisch
Besonders bei großen Besuchermengen (mehr als 1.000 Personen) oder komplizierten Veranstaltungsstätten (etwa der Nutzung eines denkmalgeschützten Gebäudes mit problematischen Fluchtwegen) kann eine Simulation im Vorfeld Klarheit schaffen:
– Hält das aufgestellte Wegekonzept der geplanten Besuchermenge stand?
– Wie lange dauert die Räumung?
– Wo und wie schnell bewegen sich Personen?
– Wo gibt es Engstellen, an denen sich Personen stauen?
– Wie hoch ist die maximale Personendichte?
– Wie kann man erkennen, ob es sich an einem Fluchtweg mehr staut als an anderen?
Beantwortet die Simulation all diese Fragen zur Zufriedenheit der Sicherheitsverantwortlichen, kann die Simulation als Nachweis der Tragfähigkeit des Räumungskonzepts genutzt werden.
Personenstromsimulationen berücksichtigen funktionsbedingt Dinge, die bei einer Berechnung per Handformel (z.B. nach Predtetschenski und Milinski) Schwierigkeiten bereiten können, wie zum Beispiel:
– dynamische Entwicklungen, z.B. sich gegenseitig hochschaukelnde Staus
– eine eventuelle Ungleichverteilung von Personen im Veranstaltungsgelände
– die Kombination unterschiedlicher Geometrien (beispielsweise Ebenen, Treppen, Lift)
– Simulation vieler unterschiedlicher Szenarien, wie zum Beispiel versperrte Ausgänge, in kurzer Zeit

R

Räumungskonzept
Räumungskonzepte beschreiben die Maßnahmen, die Personen bei (kurzfristiger) unmittelbarer Gefahr schnell in einen sicheren Bereich führen sollen. Sie werden schon seit Jahren als Teil der betrieblichen Brandschutzkonzepte und Sicherheitskonzepte erstellt.
Mit dem Erlass der MVStättVO im Juli 2014 (Fassung Juni 2005) werden erstmalig explizit Räumungskonzepte für Versammlungsstätten gefordert.
Dort heißt es: In Brandschutzordnung und ggf. Räumungskonzept sind „die Maßnahmen, welche im Gefahrenfall für eine schnelle und geordnete Räumung der gesamten Versammlungsstätte oder einzelner Bereiche unter besonderer Berücksichtigung von Menschen mit Behinderung erforderlich sind, festzulegen.“
Für Versammlungsstätten mit mehr als 1.000 Besucherplätzen ist ein solches Räumungskonzept gesondert aufzustellen, falls es nicht schon Bestandteil eines Sicherheitskonzeptes nach dem unveränderten § 43 MVStättVO ist –vorausgesetzt, die Musterverordnung wird in diesen Punkten unverändert in Landesverordnungen umgesetzt.
Um diese Anforderung in ein Konzept umzusetzen, bedarf es der detaillierten Betrachtung verschiedener Faktoren. So sind beispielsweise die Schadensszenarien festzulegen, Detektions- und Alarmierungsmöglichkeiten zu erfassen, zulässige Räumungszeiten zu definieren, Räumungsschritte und Aufgaben von Räumungshelfern festzulegen, Räumungsabschnitte zu bestimmen und vieles mehr. All diese Schritte sind nicht nur abhängig von der Versammlungsstätte/dem Veranstaltungsgelände, sondern auch von der Veranstaltungsart und der Besucherzusammensetzung.
Ein einmal aufgestelltes Räumungskonzept für eine Versammlungsstätte kann für bestimmte Veranstaltungen ungeeignet sein, wenn Veranstaltungsart und Besucherverhalten von den bereits berücksichtigten Bedingungen stark abweichen.
Wichtig – und in der MVStättVO gefordert – ist die Unterweisung der Mitarbeiter in die Inhalte des Räumungskonzepts.

Risikomanagement
Das Risikomanagement ist ein kontinuierlich ablaufendes, systematisches Verfahren zum zielgerichteten Umgang mit Risiken, das die Analyse und Bewertung von Risiken sowie die Planung und Umsetzung von Maßnahmen insbesondere zur Risikovermeidung/-minderung und -akzeptanz beinhaltet.
Ziele des Risikomanagements sind die Systematisierung, Risiken erkennen, Grad der Anfälligkeit für Risiken (Verletzbarkeit/Verwundbarkeit/Vulnerabilität) verringern und die Toleranz (Resilienz) eines Systems (Event) gegenüber Störungen erhöhen.
Die Umsetzung des Risikomanagements wird unter anderem in der ISO 31000 „Risikomanagement – Allgemeine Anleitung zu den Grundsätzen und zur Implementierung eines Risikomanagements“, in der ONR 49000 „Risikomanagement für Organisationen und Systeme“ oder im 5-Phasenmodell des BBK beschrieben.

S

Sanitätsdienst
Die medizinische Gefahrenabwehr muss während und innerhalb einer Veranstaltung ebenso gewährleistet sein wie außerhalb üblich und gesetzlich geregelt.
Kann dies durch den regulären Rettungsdienst nicht geleistet werden, muss ein Sanitätsdienst beauftragt/eingerichtet werden. In Versammlungsstätten im Land Berlin, die der Betriebsverordnung unterliegen, ist diese Aufgabe explizit dem Betreiber zugeordnet. Nach MVStättVO § 38 muss der Betreiber zumindest „[…] die Zusammenarbeit von Ordnungsdienst, Brandsicherheitswache und Sanitätswache mit der Polizei, der Feuerwehr und dem Rettungsdienst gewährleisten“.
Die Beauftragung eines Sanitätsdienstes kann auch Aufgabe des Veranstalters (Verkehrssicherungspflicht) oder Auflage einer Genehmigung sein.
Der Sanitätsdienst dient dazu, den regulären Rettungsdienst bei Bagatellverletzungen und kleineren medizinischen Fällen zu entlasten, hohe Einsatzzahlen abzufangen oder durch die Gegebenheiten auf und um das Veranstaltungsgelände erhöhte Hilfsfristen auszugleichen.
Notwendige Transporte in ein Krankenhaus finden dabei grundsätzlich durch den Rettungsdienst statt. Ggf. muss dieser während einer Großveranstaltung entsprechend aufgestockt werden.
Es gibt in Deutschland unterschiedliche Hilfsorganisationen und Privatfirmen, die untereinander im Wettbewerb stehen und bei Veranstaltungen eingesetzt werden können.
Die sanitätsdienstliche Planung ist ein Teil des Sicherheitskonzeptes und muss mit allen anderen Gewerken und Diensten abgestimmt und koordiniert werden.
Die Anzahl der Einsatzkräfte, die Qualifikationen sowie die Ausstattung richten sich nach den spezifischen Besonderheiten der Veranstaltung. Bestimmende Parameter sind u.a. die Besucherzahl und Personendichte, die Publikumsklientel, die Art der Veranstaltung, die Verkehrsanbindung zur Veranstaltungsörtlichkeit, die Anwesenheit von Prominenten, die Art der Darbietungen, die Ausdehnung der Veranstaltungsstätte sowie Erfahrungen aus vorangegangenen Veranstaltungen.
Bei größeren Veranstaltungen sind eigene Räumlichkeiten für den Sanitätsdienst notwendig. In Sportstadien und Mehrzweckhallen sind diese durch die MVStättVO explizit vorgeschrieben.
Die Berechnung der Einsatzstärke, der Ausrüstung und der räumlichen Verteilung des Sanitätsdienstes muss sich nach den entsprechenden Anforderungen richten. Hierfür ist eine Abschätzung des zeitlichen, örtlichen, quantitativen und qualitativen Einsatzaufkommens wichtig. Berechnungsverfahren (z.B. nach dem „Maurer-Papier“ oder dem „Kölner Algorithmus“) eignen sich für eine grobe Abschätzung und werden in der Praxis von Hilfsorganisationen und Behördenvertreter häufig genutzt.
Bei größeren Veranstaltungen sollte eine genaue Planung und Aufstellung erfolgen und lässt sich nur mit einem ganzheitlichen ingenieurmethodischen Ansatz unter Einbeziehung aller Einflüsse erreichen. Ausgehend von einer realistischen Berechnung des Sanitätsdienstes muss ein Einsatzplan erstellt werden. Dieser setzt die konzeptionellen Überlegungen in praktische Abläufe um. Er enthält eine genaue Beschreibung des Kräfteansatzes, der Standorte, der Ausstattung, der Kommunikationswege, der Einbindung in das Sicherheitskonzept, der Koordination mit dem Rettungsdienst, der zuständigen Rettungsleitstelle, der Zusammenarbeit mit der Veranstaltungsleitung, der Dokumentation etc.
Der Sanitätsdienst steht in der Regel in direktem Kontakt mit dem Rettungsdienstzweckverband bzw. der Rettungsleitstelle, bei dem ggf. Notrufe eingehen, die dieser dann an den örtlichen Sanitätsdienst auf der Veranstaltung weiterleitet. Der Rettungsdienst wird in der Regel erst hinzugezogen, wenn Krankentransporte in ein Krankenhaus notwendig werden.
Meist sind ein oder mehrere Notärzte auf (Groß-)Veranstaltungen mit zu erwartenden hohen Hilfeleistungszahlen anwesend.

Sicherheitsfachperson für Versammlungsstätten und Veranstaltungen (TÜV® Saarland Gruppe und Vabeg® Deutschland)
Für die Planung und Betreuung der Besucher- und Veranstaltungssicherheit sollten geeignete Fachplaner hinzugezogen werden, wenn Veranstalter/Betreiber (aber auch Behörden) nicht die notwendige Fachkunde besitzen. Geeignet und erfahren, zudem TÜV® Saarland- und Vabeg®-zertifiziert sind die als „Sicherheitsfachperson für Versammlungsstätten und Veranstaltungen“ zugelassenen Vabeg® Fachplaner. Das Zusammenwirken einer großen Zahl von gleich ausgebildeten, aus der Praxis kommenden Fachplanern, geprüfte Verfahrensweisen und Tools, die beratende Funktion des Expertenbeirats und Unterstützung der Vabeg® Deutschland GmbH als Entwicklungsunternehmen ist zur Zeit ein Alleinstellungsmerkmal des Vabeg® Netzwerks. 

Sicherheitskonzept
Ein Sicherheitskonzept dient der Analyse und Bewertung von Gefahren und der anschließenden Festlegung und Darstellung geeigneter Maßnahmen zu deren Abwehr – mit dem Ziel, ein vorher zu definierendes Schutzziel zu erreichen.
Aufgrund von veranstaltungsspezifischen Faktoren wie Ort, Lage, Größe, Darbietungen, Besucherverhalten etc. und den damit verbundenen veranstaltungsspezifischen Gefahren und Risiken muss ein Sicherheitskonzept für jede Veranstaltung individuell erstellt werden.
Nach MVStättVO sind im Sicherheitskonzept die Mindestzahl der Kräfte des Ordnungsdienstes, gestaffelt nach Besucherzahlen und Gefährdungsgraden, sowie die betrieblichen Sicherheitsmaßnahmen und die allgemeinen und besonderen Sicherheitsdurchsagen festzulegen – und zwar für Versammlungsstätten mit mehr als 5.000 Besucherplätzen oder wenn die Art der Veranstaltung dies erfordert.
Für Veranstaltungen, die nicht im Geltungsbereich der jeweiligen Versammlungsstätten- oder Sonderbauverordnung liegen, ist die Erstellung eines Sicherheitskonzeptes u.U. von Behörden im Rahmen von Genehmigungsverfahren gefordert (z.B. bei Großveranstaltungen in NRW). Darüber hinaus ist ein Sicherheitskonzept nicht nur im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht ggfs. erforderlich, sondern auch im Sinne der Besucherzufriedenheit empfehlenswert.
Das Vabeg® Verfahren ist für große und kleine Veranstaltungen eine sichere, effektive, wirtschaftliche und umfangreiche Lösung für die Erstellung von Sicherheitskonzepten, die viele rechtliche Forderungen berücksichtigt und eine praxisgerechte Umsetzung bei hoher Amortisierung bietet.
Dabei werden im Vabeg® Handbuch & Konzept unter anderem folgende, wichtige Teile eines Sicherheitskonzeptes berücksichtigt:
– Bestandsaufnahme
– Risikomanagement
– Verkehrskonzept
– Ordnungsdienst- oder Security-Konzept
– Sanitätsdienstkonzept
– Brandschutzkonzept
– Berechnungen zur Besucherkapazität
– Wetterbeobachtung
– Entfluchtungs- und Räumungskonzept
– Vorbereitung des Krisenmanagements
– Kommunikationsplanung
– Planerstellung
Vabeg® beobachtet seit 2004, dass bei bestehenden Veranstaltungen, die erstmalig nach dem Vabeg® Verfahren geplant und konzeptioniert wurden, die Hilfeleistungs- und Einsatzzahlen von Sanitäts- und Sicherheitsdiensten um bis zu 100% reduziert werden konnten.
Befragungen von Besuchern und Standbetreibern ergaben, dass Zufriedenheit und Umsatz gegenüber den Vorjahren stiegen.

Sicherheitskoordination
Die Umsetzung von Sicherheitskonzepten und die Reaktion auf außergewöhnliche Ereignisse im Veranstaltungsbetrieb erfordert die Koordination von Gewerken und Maßnahmen.
Ein Sicherheitskoordinator ist im Wortlaut im Rahmen der Veranstaltungs- und Besuchersicherheit nicht gesetzlich gefordert (Nicht zu verwechseln mit dem Sicherheits- und Gesundheitskoordinator – kurz SiGeKo – in der Bauplanung und -durchführung).
Teile der Koordinationsverantwortung sind z.B. in der MVStättVO Personen zugeordnet (Betreiber, Veranstaltungsleiter, Leiter des Ordnungsdienstes, in Teilen auch Verantwortliche für Veranstaltungstechnik). Ggfs. haben diese Personen aber der Gesamtkoordination im Sinne der Veranstaltungssicherheit entgegenstehende Möglichkeiten und Interessen.
Daher sollten die für die Sicherheit von (Groß-)Veranstaltungen relevanten Themen und Maßnahmen von einer unabhängigen, externen Person koordiniert werden.
Geeignet – eine entsprechende Weiterbildung und Erfahrung vorausgesetzt – können unter anderem Fachkräfte für Veranstaltungstechnik, Fachkräfte aus dem Bewachungsgewerbe, Veranstaltungsmanager, in anderen EU-Staaten ausgebildete Fachkräfte (z.B. Crowd-Manager) und Sicherheitsingenieure sein.
Diese Koordinatoren sollten mindestens:
– Kenntnis über die zu erreichenden Schutzziele haben
– mit der Veranstaltungsstätte, der Organisation und den geplanten Maßnahmen vertraut sein
– Überblick über die relevanten Faktoren, die Zuständigkeiten und die limitierenden Umstände haben
– Bewertung von außergewöhnlichen Ereignissen im Zusammenwirken mit den für die Sicherheit Verantwortlichen vornehmen
– leitungserfahren, kompetent und unabhängig sein
Die Vabeg® Sicherheitsfachpersonen sind für solche Tätigkeiten ausgebildet und werden hierzu ständig mit aktuellem Wissen und neuen Werkzeugen ausgestattet.

Sicherheitsmaterialien
Unter Sicherheitsmaterialien für die Veranstaltungssicherheit verstehen wir unter anderem:
Absperr- und Leitsysteme, Besucherzählanlagen, Feuerlöscher, Sicherheitsbeleuchtung, Kabelbrücken, Rettungswegkennzeichnung, Bauzaun-Fluchtwegsysteme, Aushänge wie Flucht- und Rettungsplan, Brandschutzordnung, JuSchG-Aushang, Vabeg® Briefingboard, Gefahrenkennzeichnungen etc., Alarmierungs- und Lautsprecheranlagen für Durchsagen, Brandmeldeanlagen, ggf. Kameras zur Überwachung von kritischen Besucherbereichen, Einrichtungen zur Wetterbeobachtung, Kommunikationsmittel, Vabeg® Leporello, Mittel zur Imprägnierung von brennbaren Stoffen und vieles mehr.
Bedingt gehören hierzu auch die umfassende Unterrichtung der Sicherheitsgewerke und die Weitergabe des Sicherheitskonzeptes inklusive der Übersichtspläne an alle relevanten Mitarbeiter.

Sicherheitszeichen
Ein Sicherheitszeichen ist ein Piktogramm, welches durch Bildzeichen, Farbe und geometrische Form bestimmt wird. Durch die Verwendung von Bildzeichen ist die Information sprachunabhängig und meist schnell und einfach zu verstehen.
Seit Juni 2012 werden in Europa die Sicherheits- und Gesundheitsschutzzeichen vereinheitlicht (DIN ISO 7010).
Es gibt folgende Arten von Sicherheits- und Gesundheitsschutzzeichen:
– Verbotszeichen (geometrische Form: rund | Sicherheitsfarbe: roter Rahmen)
– Warnzeichen (geometrische Form: Dreieck mit Spitze oben | Sicherheitsfarbe: gelber Rahmen)
– Gebotszeichen (geometrische Form: Kreis | Sicherheitsfarbe: blau)
– Rettungszeichen (geometrische Form: Rechteck/Quadrat | Sicherheitsfarbe: grün)
– Brandschutzzeichen (geometrische Form: Rechteck/Quadrat | Sicherheitsfarbe: rot)
– Hinweiszeichen und Zusatzzeichen (geometrische Form: Rechteck/Quadrat)
Sicherheitszeichen müssen für Besucher, Personal und Mitwirkende dauerhaft und gut sichtbar angebracht sein. Die Größe des Zeichens ist abhängig von der Erkennungsweite.
Sicherheitszeichen müssen je nach Einsatzort und -zeit nachleuchtend oder selbstleuchtend (hinterleuchtet oder beleuchtet) ausgeführt sein, beispielsweise in Versammlungsstätten oder i.d.R. in Fliegenden Bauten. Sicherheitszeichen ohne nachleuchtende oder selbstleuchtende Wirkung sind bei Veranstaltungen bei Tag bzw. natürlichem Tageslicht ausreichend.

Sicherheitszentrale
Nach MVStättVO werden ab 5.000 Besucherplätzen Räume mit Zugriff auf die Lautsprecheranlage gefordert. Diese Räume werden je nach Lokalität & Veranstaltung von Polizei, Feuerwehr, Sanitätsdienst, Ordnungsdienst und Veranstalter bzw. Betreiber genutzt. Von diesen Räumen aus müssen die Besucherbereiche überblickt werden können.
Auch für temporär als Versammlungsstätte genutzte bauliche Anlagen ist die Einrichtung einer Sicherheitszentrale verpflichtend, bei (Groß-)Veranstaltungen, die nicht der jeweiligen Versammlungsstättenverordnung unterliegen, ist sie mehr als empfehlenswert.
Art, Umfang und Ausstattung sollten mit den Verantwortlichen abgestimmt werden. Mindestens ist die Ausstattung mit geeigneten und redundanten Kommunikationsmittel zu beachten.

Störung
Eine Störung ist definiert als Abweichung vom Normalzustand. Sie verursacht zunächst keine oder nur sehr geringe Schäden und sollte durch die normale Aufbau- bzw. Ablauforganisation behoben werden können.
Bezogen auf eine Veranstaltung bedeutet dies, dass die Veranstaltung trotz einer bestehenden Störung oder nach deren Behebung – ggfs. mit Einschränkungen – fortgeführt werden kann.
Ist eine Störung schwerwiegend, wird nicht rechtzeitig erkannt oder versagt die normale Aufbau- und Ablauforganisation, kann sie sich zu einer schweren Störung oder gar zu einer Krise entwickeln.
Auslöser für Störungen bei Veranstaltungen können sein (Beispiele in Klammern):
– Technisches Versagen oder Ausfälle (Ticketscanner, Beschallungsanlage, Wasserversorgung)
– unerwartetes Besucherverhalten (Ansturm auf eine Attraktion)
– Erkrankung von Personal/Mitwirkenden (Darbietung fällt aus)
– Wettereinflüsse (aufziehendes Unwetter)
– organisatorische Mängel (Getränkeversorgung schleppend/unterbrochen)
– teilweises Versagen von Kommunikationsmitteln (Ausfall einer Telefonleitung)
– Fehlverhalten einzelner (Betrunkene, Falschparker)
– Notfälle (Entstehungsbrand, Kreislaufzusammenbrüche)
Bei Feuerwehr und Rettungswesen ist der Notfall definiert als jede (unvorhergesehene) Situation, in der eine drohende Gefährdung für Sachen, Tiere oder die Gesundheit und das Leben von Menschen eintritt.
Als Reaktion auf Störungen kann es notwendig sein, den geplanten Veranstaltungsverlauf zu ändern, die Veranstaltung (teilweise) zu unterbrechen oder gar im Ganzen abzubrechen.
Der Begriff Störfall wird häufig verwendet, ist jedoch besetzt (definiert in der Störfallverordnung) und sollte daher in Verbindung mit Veranstaltungen nicht benutzt werden.

T

Technischer Leiter Veranstaltungstechnik
nach DIN 15750
Die Technische Leitung Veranstaltungstechnik überwacht die Ausführung aller veranstaltungstechnischen Leistungen und stimmt diese aufeinander sowie mit dem Veranstalter/Betreiber ab. Im Rahmen dieser Aufgaben ist sie allen Beteiligten gegenüber weisungsbefugt.

Toilette
Die Versammlungsstättenverordnungen der Länder beinhalten Forderungen zur Anordnung, Ausstattung und Aufteilung von Toilettenräumen. Diese Regelungen können als Ausgangspunkt für die Planung sanitärer Anlagen bei Freiluftveranstaltungen dienen.
Die MVStättVO schreibt über eine Berechnungsformel abhängig von der Zahl der Besucherplätze eine bestimmte Mindestanzahl (Sollwert) von Toiletten- und Urinalbecken sowie barrierefrei erreichbarer Toilettenräume vor. Diese Forderung geht jedoch von einem Besucherandrang während einer gemeinsamen Pause aus – dies kann im Einzelfall zu überhöhten Anforderungen führen. Eine Reduzierung um bis zu 50% dieses Wertes sind in der Praxis für Veranstaltungen ohne Stoßzeiten sinnvoll, die niedrigeren Anzahlen sollten mit der zuständigen Behörde abgestimmt werden.
Je nach Bundesland werden ggf. Forderungen an die Geschlechtertrennung bereits im Waschraum, oder bei den Toiletten gestellt, zudem sind Hygienevorschriften und Regelungen zu getrennten Personaltoiletten zu beachten.
Toilettenräume müssen gut sichtbar gekennzeichnet werden. In Toilettenräumen muss in der Regel eine Rettungswegkennzeichnung sowie Sicherheitsbeleuchtung vorhanden sein bzw. die Mindestlichtstärke von einem Lux gewährleistet werden.
Der Toilettenbesuch muss für den Besucher nicht zwingend kostenfrei angeboten werden.
Für körperlich beeinträchtigte Personen (z.B. Rollstuhlfahrer) müssen ebenso eine ausreichende Anzahl an geeigneten Toiletten vorhanden sein. Diese werden oft auch von Personen mit Rollatoren verwendet.

U

Umgebung
Für die Planung und Durchführung von Veranstaltungen müssen die Auswirkungen der Veranstaltung auf die Umgebung als auch die Einflüsse der Umgebung auf die Veranstaltung berücksichtigt werden – dies gilt insbesondere für Freiluftveranstaltungen.
Einige Beispiele für Umgebungsfaktoren und Einflüsse/Gefahren:
– lagebedingte Besonderheiten des Wetters (starke Winde, schnelle Wetteränderung, hohe Schneelasten)
– Nähe zu Gewässern (Hochwasser, Wasserverschmutzung, Gefahr des Ertrinkens)
– Betriebe, die unter die Störfallverordnung fallen (z.B. Chemiebetriebe und damit verbundene Szenarien bei einem Störfall)
– Natur- und Artenschutzgebiete (Beeinträchtigung durch Schallpegel, Abgase, Müll usw.)
– Nähe zu Anwohnern (gegensätzliche Interessenlagen)
– Verkehrsanbindung (Erreichbarkeit für Besucher, Rettungskräfte, Lieferanten)
Beeinträchtigungen der Umgebung können zum Versagen von Genehmigungen oder zu hohen Auflagen führen – Auswirkungen der Umgebung auf die Veranstaltung können, wenn nicht entsprechend berücksichtigt, zum Abbruch einer Veranstaltung oder gar zu Schäden an Personen und Sachen führen.

Unterweisungen
Mit der Unterweisung kommt der Arbeitgeber bzw. Verantwortliche seiner Pflicht nach, Beschäftigte in einen Zustand zu versetzen, in dem sie ihre Aufgaben gefahrlos ausführen können.
Unterweisungen müssen vor Arbeitsantritt und danach regelmäßig erfolgen, oder wenn der Arbeitsplatz verändert/verlegt wird (§ 12 Arbeitsschutzgesetz). Die Zeit für die Unterweisung ist (bezahlte) Arbeitszeit.

V

Vabeg® BriefingBoard
Eine in Bezug auf Ort, Zeit und Art geeignete Vermittlung von wichtigen Informationen für Besucher ist nicht nur in verschiedenen Rechtsgrundlagen gefordert, sondern auch für die Besucherzufriedenheit und die Kooperation zwischen Ordnungsdienst und Besuchern sowie das Crowd Management eine wichtige Voraussetzung.
Als leicht verständliche, bildhafte Lösung für die Informationsvermittlung im Eingangsbereich oder Übergang zu verschiedenen Veranstaltungsbereichen entwickelte Vabeg® in den Jahren 2007-2008 das Vabeg® Briefingboard. Der Name wurde an die üblichen und bekannten Briefings aus der Luftfahrt angelehnt. Beim Vabeg® Briefingboard handelt es sich um eine schriftliche Unterweisung. Erlaubtes, Gebote, Verbote und Warnungen werden in farbigen Spalten übersichtlich strukturiert überwiegend durch Symbole und mit möglichst wenig Text dargestellt. Das Briefingboard wird in der Regel am Eingang gut sichtbar ausgehängt. Auch die Bereitstellung auf der Webseite und im Programmheft im Vorfeld der Veranstaltung hat sich bewährt. Insgesamt werden bis zu 100 verschiedene Themen mit dem Vabeg® Briefingboard dargestellt. Die Auswahl differiert je nach Veranstaltung und wird im Vorfeld mit dem Veranstalter, der Vabeg® Sicherheitsfachperson und ggfs. mit den Behörden getroffen. Je nach Besucherklientel ist es erforderlich und möglich, die textlichen Erklärungen mehrsprachig auszuführen. Das Briefingboard ist eine sinnvolle Ergänzung zur schriftlichen Dienstanweisung der Sicherheits- und Ordnungskräfte und gibt auch anderem Personal wertvolle Informationen zum Veranstaltungskonzept und -ablauf. Mit dem Vabeg® Briefingboard kann unter anderem auch den gesetzlichen Forderungen der Preisangabenverordnung (bzw. -gesetz) und der Dienstleistungs-Informationspflichtenverordnung teilweise oder ganz entsprochen werden. Vabeg® Sicherheitsfachpersonen haben beim Einsatz des Vabeg® Briefingboards die Erfahrung gemacht, dass Besucher dieses als Informationsquelle annehmen. Vor allem bei Veröffentlichung vor der Veranstaltung (z.B. auf der Internetseite des Veranstalters) war zu bemerken, dass übliche Probleme, z.B. Diskussionen beim Einlass und Fragen zu Verboten und Geboten z.B. beim Ordnungsdienst, rückläufig waren.

Vabeg® Evios
Evios ist das interaktive Eventsafety Informations- & Organisationssystem. Die webbasierte Software Evios bietet einen ganzheitlichen Überblick zu rechtlichen Forderungen und praxisrelevanten Sicherheitsthemen und darüber hinaus hilfreiche Tools für alle an der Veranstaltungs- und Besuchersicherheit Beteiligten. Umfangreiches Know-How aus der Praxis, die Berücksichtigung von mehr als 140 relevanten Regelwerken, die Betrachtung von Zwischenfällen und Urteilen aus der Vergangenheit und raffinierte Softwaretools bilden die Grundlage, mit der Evios Planer, Organisatoren, Betreiber und Behörden bei der Bewältigung Ihrer veranstaltungsbezogenen Aufgaben unterstützt. Mittels der grafischen Plandarstellung und -bearbeitung in Evios gewinnt der Anwender einen projektbezogenen Überblick über Themen der Veranstaltungs- und Besuchersicherheit. Dank seines flexiblen Aufbaus hilt Evios, den Beteiligten und Verantwortlichen z.B. bei:
– Bestandsaufnahme
– Betriebsdokumentation
– Gefährdungs- und Risikoanalyse
– Unterweisungen
– Erstellung von Plänen und Aushängen
– Organisation wiederkehrender Prüfungen
– Aufnahme von Kritik und Verbesserungsvorschlägen
– u.v.m.
Es stehen unterschiedliche Leistungspakete zur Verfügung. Diese reichen von der kostenlosen Informationsversion bis zu einer leistungsstarken Premiumversion, mit der u.a. eigene Pläne und Projekte abgewickelt und organisiert werden können und in der auch der Support durch Vabeg® Sicherheitsfachpersonen bei Fachfragen und Problemen enthalten ist.

Vabeg® Leporello
Ein Leporello ist ein faltbares Heft, welches ziehharmonikaartig zusammengelegt ist. Trotz der Größe im ausgebreiteten Zustand ist es zusammengefaltet sehr handlich.
Das Vabeg® Leporello ist eine von Vabeg® entwickelte Form des Leporello, welches Verantwortlichen und Mitarbeitern der Sicherheitsgewerke als handliches, ausgedrucktes Übersichtswerk alle nötigen Informationen für ihre Arbeit bereitstellt. Im Format „DIN Lang“ (Inhalte DIN A4 – A2 gefaltet) enthält es z.B. wichtige Pläne, Kontaktinformationen, Organigramme und andere Informationen zu einer Veranstaltung/Versammlungsstätte. Die Ausarbeitung und Ausgabe eines Leporello unterstützt die Umsetzung der vom Gesetzgeber geforderten Koordination der Unternehmen, Gewerke und verantwortlichen Personen (Rechtsgrundlage: MVStättVO, DGUV V 1 (ehem. BGV A1)). Die Inhalte werden für jede Veranstaltung/Versammlungsstätte individuell erstellt.

Veranstalter
Jeder, der an einer Veranstaltung maßgeblich organisatorisch beteiligt ist, muss sich im Vorfeld Gedanken über seine rechtliche Position bei der Veranstaltung machen.
Es ist möglich (und durch entsprechende Fälle belegt), dass jemand als (Mit-)Veranstalter haften muss, weil ihm ein Gericht im Nachhinein die Veranstalterqualitäten zuspricht.
Grundsätzlich gilt: Veranstalter ist, wer
– das wirtschaftliche Risiko trägt und/oder
– die Letztentscheidungsbefugnis hat und/oder
– wesentliche Entscheidungen treffen kann und/oder
– nach außen als Veranstalter auftritt.
So ist schon bspw. eine Eventagentur, die meinte, “nur zu organisieren”, als Mitveranstalter verurteilt worden, weil sie maßgeblichen Einfluss auf Eintrittspreis und Werbung hatte.
Folgende Punkte führten letztlich zu der Feststellung, die Agentur sei (Mit-)Veranstalter:
– Die Agentur hatte sich in manchen Verträgen selbst als Veranstalter bezeichnet.
– Die Agentur hatte von ihrem Auftraggeber (der eigentlich der alleinige Veranstalter sein sollte) umfassende Befugnisse erhalten, weitere Dienstleister zu beauftragen.
– Die Agentur hatte verschiedene Verträge in eigenem Namen und auf eigene Rechnung abgeschlossen.
– Die Agentur hatte Einfluss auf das Veranstaltungsmotto, die Eintrittspreise und die Werbung.
Nur, wer im Vorfeld weiß, dass er (Mit-)Veranstalter ist, kann die Pflichten des Veranstalters erfüllen.

Veranstaltung
Eine Veranstaltung kann „öffentlich“ oder „privat“ sein. Die Einstufung hat beispielsweise Auswirkungen auf die Anwendbarkeit verschiedener Gesetze oder die Genehmigungspflicht.
Auch eine „geschlossene Gesellschaft“ ist nicht zwingend eine private Veranstaltung.
Als Privatveranstaltung gilt i.d.R., wenn der Besucherkreis vornehmlich aus engem Familien- und Freundeskreis besteht und die Teilnahme für Personen außerhalb dieses Kreises nicht möglich ist.
Die Versammlungsstättenverordnungen der Länder unterscheiden beim Geltungsbereich nicht zwischen privater oder öffentlicher Veranstaltung.
Maßgeblich für die Anwendbarkeit ist allein die Kapazität der Versammlungsstätte.

Veranstaltungsleiter
Nach MVStättVO ist der Veranstaltungsleiter derjenige, der Aufgaben des Betreibers der Versammlungsstätte wahrnimmt. Er ist für die Sicherheit der Veranstaltung und die Einhaltung der Vorschriften verantwortlich.
Der Veranstaltungsleiter darf insoweit nicht mit dem Projektleiter verwechselt werden, der die Veranstaltung geplant und organisiert hat.
Ein Veranstaltungsleiter muss, wie auch der Verantwortliche für Veranstaltungstechnik, mit der Versammlungsstätte und den organisatorischen Abläufen vertraut sein, um seine Aufgabe wahrnehmen zu können.

Verantwortlicher für Veranstaltungstechnik
Verantwortliche für Veranstaltungstechnik (kurz: VfV) nehmen in der Versammlungsstätte eine besondere Stellung ein. Sie müssen mit den bühnen-, studio- und beleuchtungstechnischen und sonstigen
technischen Einrichtungen der Versammlungsstätte vertraut sein und deren Sicherheit und Funktionalität, insbesondere mit Blick auf den Brandschutz, während des Betriebs gewährleisten.
Stellt ein VfV fest, dass die Funktionalität nicht mehr gegeben und Sicherheit nicht mehr gewährleistet werden kann, muss er die Einstellung des Betriebs veranlassen.
Verantwortliche für Veranstaltungstechnik dürfen nicht mit dem ggf. „zufällig“ anwesenden Meister für Veranstaltungstechnik verwechselt werden:
Wenn ein Veranstaltungstechnik-Dienstleister einen Meister stellt, heißt das nicht, dass dieser zugleich die Aufgaben des VfV übernimmt, zumal grundsätzlich der Betreiber den VfV bestellen muss. Hier müssen also klare vertragliche Regelungen getroffen werden.
Wann ein VfV bestellt werden muss, ergibt sich aus § 40 MVStättVO. Hieraus und aus § 39 MVStättVO erschließt sich die dafür erforderliche Qualifikation (Meister, Ingenieur, Fachkraft usw.). In beiden Regelungen gibt es Abweichungen in den einzelnen Bundesländern im Vergleich zur Muster-VStättVO.

Verkehrssicherungspflicht
Wer einen „Verkehr“ eröffnet, ist dafür verantwortlich, dass anderen dabei nichts passiert.
Wenn ein Veranstalter eine Veranstaltung durchführt, ist er für diese verkehrssicherungspflichtig.
Er muss das Erforderliche und Zumutbare unternehmen, dass z.B. dem Besucher kein Schaden zugefügt wird. Dabei darf der Veranstalter grundsätzlich von einem durchschnittlich aufmerksamen und intelligenten Besucher ausgehen.

Versicherung
Jeder Beteiligte an einer Veranstaltung sollte eine für ihn passende Versicherung (Haftpflicht, Vermögensschaden) abschließen. Es ist sinnvoll, dass dem Versicherer das Vorhaben geschildert wird und dieser darauf hin einen passenden Versicherungsschutz anbietet.
Es ist dabei unumgänglich, sich mit der Vielzahl von Leistungsausschlüssen in den Versicherungsbedingungen auseinanderzusetzen.
Es wäre fatal, sich darauf auszuruhen, man „sei ja versichert“.
Oftmals fordert der Vermieter oder die Behörde den Abschluss einer Haftpflichtversicherung, die auch in manchen Fällen vom Gesetz verlangt wird (z.B. bei Straßennutzung, Schaustellern, Flugfestveranstaltungen usw.). In der Praxis zeigt sich, dass die Krankenversicherungen des Besuchers zunehmend versuchen, den Veranstalter oder Betreiber in Regress zu nehmen, wenn Besucher auf einer Veranstaltung verunglücken und Kosten bei der Krankenversicherung verursachen.
Einige Versicherer geben bis zu 30% Prämienrabatt, wenn eine TÜV® Saarland und Vabeg® zugelassene Sicherheitsfachperson für Versammlungsstätten und Veranstaltungen (Fachplaner) ein SGS TÜV zertifiziertes Vabeg® Konzept bzw. Handbuch erstellt hat und keine Mängel nach diesem Verfahren bestehen.

W

Wetter
Wetter ist der kurzfristige, spür- bzw. messbare Zustand der Atmosphäre an einem bestimmten Ort.
Vorwiegend für Veranstaltungen, die im Freien stattfinden, ist das Wetter ein nicht zu vernachlässigender und unplanbarer Faktor, der die Durchführung einer Veranstaltung und die Sicherheit maßgeblich beeinflusst.
Zu Wetterereignissen mit i.d.R. negativen Auswirkungen auf Veranstaltungen zählen:
– Hagel und Starkregen, daraus ggfs. resultierend Hochwasser/Überschwemmungen
– Windböen, Windhosen und Sturm
– Nebel
– Gewitter, Blitzeinwirkungen
– Hitze, Trockenheit
– Kälte
– Eisregen, Eisglätte
– Schneefall
Eine geeignete Wetterbeobachtung und die Planung und Umsetzung organisatorischer und baulicher Maßnahmen sind unverzichtbar. Das Szenario eines Veranstaltungsabbruchs oder einer Veranstaltungsunterbrechung aufgrund von Wettereinflüssen ist grundsätzlich Teil eines Sicherheitskonzeptes.

Z

Zufahrts(schutz)konzept
Ein Zufahrts(schutz)konzept beschreibt die Gesamtheit aller Maßnahmen, die das Befahren eines Veranstaltungsgeländes organisieren/regeln bzw. das unautorisierte Befahren verhindern sollen.
Insbesondere im Zusammenhang mit der Gefahr terroristischer Anschläge unter Verwendung von KFZ sind daher spätestens seit den Anschlägen von Nizza (14.07.2016) und Berlin (19.12.2016) Zufahrtssperren Teil dieser Konzeption.
Aber auch Schutz vor nicht-terroristischen Zwischenfällen, wie z.B. Trunkenheitsfahrten, Affekttaten, Diebstahl usw. sind häufig planerisch zu betrachten und ggfs. in einem Zufahrtskonzept darzulegen.
Weitere Maßnahmen können sein:
– Fahrbahnverschränkungen (Schikanen) zur Geschwindigkeitsreduktion
– Kontrollen im weiteren und näheren Umfeld eines Veranstaltungsgeländes
– Fahrverbote für KFZ oberhalb bestimmter Gewichtsklassen
– Vergabe von Zufahrtsberechtigungen
Für eine geeignete Dimensionierung und Positionierung von Zufahrtssperren müssen Parameter wie KFZ-Masse, erreichbare Geschwindigkeit, Beschaffenheit der Sperre, aber auch Rettungswegbreiten sowie Zufahrtsmöglichkeiten für Lieferanten und Rettungskräfte berücksichtigt werden.
Für Ausführung und Wirkungsweise der Zufahrtssperren sind Normen und Richtlinien (allgemein anerkannte Regeln nach Stand der Technik) zu beachten. Quergestellte Fahrzeuge können dem oftmals nicht entsprechen.
Wassertanks oder Betonklötze können als Bauliche Anlage gelten, an die entsprechende Forderungen gestellt werden – falsche Planung oder Ausführung baulicher Anlagen kann den Tatbestand der Baugefährdung erfüllen, vgl. § 319 StGB.
Terrorabwehr ist originäre Aufgabe des Staates – dennoch muss Zufahrtsschutz ins Sicherheitskonzept integriert und zwischen Behörden (untereinander) und Veranstalter abgestimmt werden, um negative Wechselwirkungen auszuschließen.
In wie weit Kosten durch Veranstalter übernommen werden müssen, ist noch nicht abschließend geklärt.

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